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Dalai Lama

Oktober 27th, 2008 · Keine Kommentare

Dalai Lama (aus dem Mongolischen: Ozeangleicher Lehrer, von Dalai – mong. Ozean; tibetisch: Gyalwa Rinpoche; Wylie: rgyal ba rin po che) ist seit 1578 der Titel einer der höchsten kultisch-religiösen Autoritäten des Vajrayana-Buddhismus, der traditionell besonders in Tibet, aber auch in der Mongolei Verbreitung gefunden hat. Zwischen 1642 und 1959, dem Jahr der Flucht ins Exil, hatte der Dalai Lama zeitweise die Führung des tibetischen Staatswesens inne, das sich meist auf die zentraltibetische Doppelprovinz Ü-Tsang beschränkte.

Der Dalai Lama, der in religiöser Hinsicht in enger Beziehung zum Panchen Lama steht, ist wie dieser traditionell Mönch der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus. Eine Ausnahme war der sechste Dalai Lama Tsangyang Gyatso, der seine Mönchsgelübde zurückgab. Der Dalai Lama und der Panchen Lama sind nicht (wie oft angenommen wird) das jeweilige Oberhaupt der Gelugpa. Oberhaupt der Gelugpa ist der Ganden Tripa, der Thronhalter von Ganden.

Der gegenwärtige 14. Dalai Lama ist der Mönch Tenzin Gyatso.

Der Dalai Lama wird im tibetischen Buddhismus als Mensch (Nirmanakaya) angesehen, der sich aus Mitgefühl entschlossen hat, durch Reinkarnation wieder in das Leben oder „in die gewöhnliche menschliche Existenz“ einzutreten, um anderen Wesen dienen zu können, obwohl er als erleuchtetes Wesen (Bodhisattva) den Kreislauf der Wiedergeburt hätte verlassen können. Die Dalai Lamas gelten als Emanation Avalokiteshvaras (tib. Chen rezig) des Bodhisattva des Mitgefühls.

Ein Dalai Lama ist gemäß der Tradition in Tibet ein Tulku: Es wird angenommen, dass der vorherige verstorbene Dalai Lama erneut eine Wiedergeburt als Mensch annimmt und dieser dann aufgefunden werden kann. Dies geschieht durch eine hochrangige, von der Ordensführung autorisierte Findungskommission. Beispielsweise wurde der vierzehnte Dalai Lama von mehreren Mönchen gefunden, die Familien mit Kleinkindern im Land aufsuchten, bei deren Geburt sich besondere Zeichen gezeigt haben sollen (als besondere Zeichen gelten etwa ungewöhnliche Träume der Eltern, ungewöhnliche Fähigkeiten des Kindes oder Regenbögen). Die Mönche stellten den Kleinkindern mehrere Aufgaben, um herauszufinden, welches von ihnen der wiedergeborene Dalai Lama sei. Eine dieser Aufgaben war die Wiedererkennung von persönlichen Ritualgegenständen des Verstorbenen (vgl. Reinkarnationsforschung).

Nachdem die Entscheidung für einen der Kandidaten gefallen ist, wird das Kind offiziell zur Reinkarnation des vorherigen Dalai Lama erklärt und erhält eine klösterliche Ausbildung in tibetischem Buddhismus sowie in tibetischer Kultur, unter anderem Sprache, Schrift, Kalligrafie und Allgemeinwissen. Bei dieser spielt der Panchen Lama eine Rolle, der zum Dalai Lama in einem Lehrer-Schüler-Verhältnis der Gelug-Schule steht.

Tags: Lexikon (der SelbstAkademie)