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Beruf, Berufung und Lebensaufgabe

Beruf und Berufung

Berufung im religiös-spirituellen Sinn meint das Vernehmen/Verspüren einer inneren Stimme, die einen zu einer bestimmten Lebensaufgabe drängt. So spricht man von einer Berufung zur Liebe und zum Leben in Fülle, die im Herzen jedes einzelnen Menschen tief verankert ist.

In diesem Sinn finden sich in den religiösen Schriften nahezu aller Religionen sog. Berufungsgeschichten. Erzählt werden darin meist die Geschichte von Religionsstiftern, Propheten oder Priestern.

Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament wurden Leute zu einem Dienst berufen, so zum Beispiel wurden die Propheten von Gott berufen, noch bevor sie geboren wurden. Im christlichen Kontext stehen dabei im Mittelpunkt die Berufung Marias zur Gottesmutter und die Berufung der Apostel durch Jesus Christus. Heute wird im Allgemeinen Berufung als Dreischritt aufgefasst: Die Berufung zum “Mensch-Sein” ,die Berufung zum “Christ-Sein” und die Berufung zur Christusnachfolge im engeren Sinne (Priester, Diakon, Ordensleben, Vita consecrata) Insofern christliche Gemeinschaften sich um Christusnachfolge im engeren Sinne (Berufung zu einem Beruf der Kirche) bemühen, spricht man von Berufungspastoral. Die Kirche sieht Berufung als eine Gnade.

Berufung und Lebensaufgabe erkennen - Leid ersparen!

Nicht nur die Kirche sieht Berufung, die richtige Wahl des Berufes oder das erkennen der eigenen Lebensaufgabe als Gnade, alle glücklichen und erfolgreichen Menschen, die mit ihrem Beruf, mit Ihrem Unternehmertum, ihrer Aufgabe als Musiker, Künstler oder Lehrer zufrieden sind, sehen die Ausübung Ihres Berufs als Gnade an. Diese Menschen haben etwas richtig gemacht, sind ihrem Herzen, ihrer Eingebung, ihrer inneren Stimme gefolgt. Wahrscheinlich haben Sie auch die äußeren Rahmenbedingungen dafür gehabt, sich in ihrem Sinne zu entwickeln. Viele Menschen sind deshalb so unglücklich, so leidvoll geplagt, weil sie nicht ihr Leben leben, sich und ihren Wünschen nicht treu bleiben konnten!

Ein wichtiger Bestandteil der SelbstAkademie ist die Abklärung dieses großen Thema: Beruf und Berufung. Die eigene Lebensaufgabe erkennen und annehmen!

 

Berufung und Berufswahl

Die Berufswahl ist die Entscheidung über das Ergreifen oder Ändern des ausgeübten Berufs oder die Aufnahme einer Berufsausbildung. Es handelt sich um eine unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen und Einflüssen stehende, in der Regel wiederholt sich einstellende, interaktive Lern- und Entscheidungsphase, deren jeweiliges Ergebnis dazu beiträgt, dass Menschen unterschiedliche berufliche Tätigkeiten ausüben. Die Möglichkeit und Notwendigkeit einer Berufswahl ist Folge der Berufsfreiheit. Eine freie Berufswahl war bis in das 19. Jahrhundert hinein durch eine Vielzahl von gesetzlichen Einschränkungen und berufsständischer Regeln eingeschränkt.

In der DDR bestand eine starke Einschränkung der Möglichkeit der Berufswahl. Es bestand ein “Prozess der Zuführung des Arbeitskräftenachwuchses” als Teil der Arbeitsplätzelenkung. Die Aufgabe, den geplanten Bedarf der Betriebe und die Wünsche der Jugendlichen in Einklang zu bringen, hatte die Schule. Der Abschluss eines Ausbildungsvertrages bedurfte der Zustimmung des Amtes für Arbeit. Faktisch war Schülern und Eltern das in der Verfassung der DDR von 1974 beschriebene Recht auf freie Berufswahl genommen. Weiterhin war die Umsetzung des eigenen Berufswunsches von der politischen Zuverlässigkeit und der sozialen Herkunft abhängig. In der Bundesrepublik Deutschland ist die Berufswahl lediglich durch das reale Angebot von Arbeits- und Ausbildungsplätzen eingeschränkt.

Die Berufswahl als Entscheidungsprozess hängt von einer Vielzahl endogener und exogener Bedingungsfaktoren ab. Als innere (endogene) Bedingungsfaktoren der Berufswahl werden jene Determinanten bezeichnet, welche die individuellen Entscheidungskriterien für die Selektion der Berufswahlalternativen als Grundlage haben. Dazu gehören physische Voraussetzungen (Geschlecht, Alter), aber auch Eignung (schulische Leistung), Neigung im Sinne von Interessen des Einzelnen und sonstige endogene Faktoren wie Verantwortungs- und Entscheidungsfähigkeit.

Äußere (exogene) Faktoren der Berufswahl sind diejenigen gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen und Kriterien, welche außerhalb des Einwirkungsbereichs des Jugendlichen liegen. Die Berufswahlentscheidung hängt dabei von verschiedenen Lebensbereichen wie Familie, Schule und Peer Groups, aber auch der aktuellen Arbeits- und Ausbildungsmarktlage ab. Das Zusammenspiel der endogen und exogenen Bedingungsfaktoren formt beim Berufswählenden bestimmte Vorstellungen und Erwartung an die Arbeitswelt. Ein Modell des Prozesses der Berufswahl im Folgenden:

- Selbsterkennen (Was sind meine Fähigkeiten und Interessen?)

- Information über die Berufswelt

- Gegenüberstellung der Selbsterkenntnis und der gewonnenen Information

- Eingrenzung der Wahlalternativen (Rangreihe der bevorzugten Berufe, Praktika)

- Berufswahlentscheidung (Eingrenzung auf den gewünschten Beruf, Überprüfung der  Ausbildungsmarktlage)

Diesen Prozess der Berufswahl des Einzelnen zu begleiten und zu unterstützen ist Aufgabe der Einrichtung Schule in ihrer Qualifikations- und Sozialisationsfunktion. Neben dem Elternhaus und den Freunden kommt der Institution “Schule” als exogenem Bedingungsfaktor eine nicht gering gewichtige Rolle der Berufswahlvorbereitung zu: Schulen leisten den ersten didaktischen Schritt zur Hinführung Jugendlicher in die Berufs- und Arbeitswelt. Es ist die Aufgabe der Lehrenden, individuelle Fähigkeiten der Schüler wie Entscheidungsfähigkeit und Eigenverantwortung zu stärken und Kompetenzen zu vermitteln, welche die Employability sicherstellen. Im Speziellen durch das Fach Arbeitslehre sollten dem Schüler technische, ökonomische und soziale Grundfähigkeiten und -kenntnisse näher gebracht werden, mit dem Ziel, diesen zu einer ersten Berufs- und Ausbildungsentscheidung zu befähigen.

Um die Berufswahl zu unterstützen bestehen eine Vielzahl von Angeboten der Berufsberatung, Ausbildungsberatung und Studienberatung. Als staatliche Institution, die professionelle Berufsberatung anbietet, ist die Berufsberatung der Agentur für Arbeit zu nennen. Im Vordergrund steht hier ein kostenloses persönliches Beratungsgespräch mit einem Berufsberater/in der Arbeitsagentur. Neben einer Stärken-/Schwächenanalyse werden hier vor allem persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, Selbstinformationswege & Informationen über den hiesigen Ausbildungsmarkt thematisiert.

Es stellt sich die Frage, ob der Terminus Berufswahl im Sinne von “Wahl des Berufes” überhaupt gerechtfertigt ist. Die Vielfalt an individuellen, institutionellen und sozioökonomischen Bestimmungsfaktoren und Restriktionen lässt eher einen Arbeits- und Berufsfindungsprozess als eine Berufswahl vermuten.

Lebensaufgaben